Pandora
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Die (oder auch gelegentlich der) Pandora ist eine OpenSource-Handheld-Konsole, die aus der GP2x- und GP32-Community hervorgegangen ist. Die Entwicklungsleitung blieb dabei ausschließlich dem Open-Pandora-Team überlassen. Außer zum Spielen kann das Gerät auch als PDA und Media-Player eingesetzt werden.
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Erscheinungsdatum
Im Mai 2010 wurden die ersten Pandoras an die Vorbesteller verschickt. Mit den 3000 bestellten Gehäusen, die im Juni in Auftrag gegeben wurden, wäre der 1st-Batch fertig produziert. Es werden noch weitere Batch-Produktionen folgen müssen, bis das Jungunternehmen eine Großproduktion starten kann und Geräte auf Vorrat produziert werden können.
Design
Die Pandora ähnelt dem Nintendo DS Lite, ist jedoch etwas größer. Die auf der unteren Hälfte angebrachte Tastatur leitet sich aus dem Design eines Laptops, die Spieletastatur jedoch von verschiedenen Gamecontrollern, wie denen des SNES und der PlayStation, und Handheld-Konsolen, wie der PSP oder dem Nintendo DS, ab.
Bildschirm
Der 4,3 Zoll Touchscreen der Pandora hat eine Auflösung von 800x480 Pixeln (WVGA) und basiert auf LPTS-Technik. Das Display besitzt eine physische Größe von 940 x 550 mm (1089 mm = 4,3" diagonal). Das entspricht einem Seitenverhältnis von 15:9. Vom Display-Hersteller wird eine Leuchtdichte von 300 cd/m² und ein Kontrastverhältnis von 450:1 angegeben. Der Touchscreen besitzt keine Multitouch-Eigenschaften und kann daher nur einen Druckpunkt zur Zeit erkennen. Er kann jedoch zwischen 16 Druckstufen unterscheiden. Der Touchscreen kann mit den Fingern bedient werden. Für größere Genauigkeit und zur Vermeidung von Fingerabdrücken sollte jedoch der mitgelieferte Stylus der Pandora verwendet werden.
Lautsprecher
Für Audiowiedergabe sind Stereo-Lautsprecher eingebaut. Diese sind links und rechts des Bildschirms in einen Abstand von etwa 117 mm positioniert. Trotz des geringe Abstand ist ein Stereo-Effekt hörbar. An der Stirnseite (gegenüber des Scharniers) befindet sich die 3,5 mm Klinkenbuchse. An ihr lassen sich z.B. ein Headset oder ein handelsüblicher Kopfhörer anschließen.
Energieversorgung
Das Gerät wird durch den mitgelieferten LiPo-Akku auch bei maximaler Arbeitsleistung für ungefähr 10 Stunden für den mobilen Einsatz bereitstehen.
Doch auch als portables Gerät mit stationären Einsatz ist der Pandora gut gerüstet. Er kann über den USB-OTG Port geladen oder betrieben werden. Hält sich dabei jedoch an die 500 mA Grenze, die eigentlich für diese Schnittstelle vorgesehen war, und ist daher unter Umständen auf zusätzliche Akkuleistung angewiesen - zumindest jedoch reicht der Ladestrom nicht aus um gleichzeitig an dem Gerät arbeiten (oder vielmehr spielen) zu können.
Über ein zusätzlichen Netzport (Steckergröße liegt derzeit noch nicht vor, Rundstecker mit Innen- und Außenpol) kann das Gerät auch mit mehr Strom versorgt werden.
Der Pandora-Akku hat eine Kapazität von 4000 mA und liegt unter einer Service-Klappe, die es dem Anwender jederzeit erlaubt den Akku leicht zu wechseln. Bitte dazu das Kapitel Akkuwechsel beachten!
Bedienungsmöglichkeiten
Neben dem Touchscreen bietet das Gerät eine vollständige QWERTY-Tastatur inklusive einer Ziffernreihe, eine klassische Gamepad-Kombination mit DPad, A,B,X,Y-Tasten, zwei Schulter-Tasten, [Start]- und [Select]-Buttons und 2 analoge Nubs. Die Pandora-Taste dient als Menü-Taste.
Zwei Analognubs
- Hauptartikel: Analognub
Diese etwa 16 mm großen Scheiben lassen sich 2 mm in jede Richtung verschieben. Der anfangs geplante Druckpunkt wurden nicht umgesetzt, da die Firma, die diese Herstellen sollte, frühzeitig pleite ging.
Anschlüsse und Anbindung
Trotz der kompakten Bauweise bedingt für den mobilen Einsatz, stehen relevante Anschlüsse bereits auch ohne Cradle oder Dockingstation zur Verfügung, die sonst typisch für eine stationäre Konsole sind.
Video Ausgang
Über ein optional erhältliches AV-Kabel, welches am Expansionsport des Pandoras angeschlossen wird, kann ein Fernsehrgerät oder Videomonitor mit SVideo-Signal (Hosidenstecker) oder Composite-Video-Signal (gelber Chinch Stecker) versorgt werden.
Audio Ein- und Ausgänge
Zusätzlich bietet das optional erhältliche AV-Kabel, auch die Möglichkeit Geräte wie Fernseher, Videomonitor und Audioanlagen mit einem Stereo-Audio-Signal zu versorgen oder zu empfangen. Für Ein- und Ausgang liegt ein getrenntes Paar Chinchstecker bereit, aus jeweils einem weißen und einem rotem Stecker.
USB Schnittstellen
- Hauptartikel: USB
Die Pandora verfügt über einen USB-OTG und einen USB-Highspeed 2.0 Port. Der USB-Highspeed Port unterstütz nur USB 2.0! Mit einem USB 2.0 Hub können daran jedoch auch USB 1.1 Geräte betrieben werden. Vor allem Mäuse und Tastaturen sind meistens USB 1.1 Geräte. Welche Geräte wie funktionieren könnt ihr in der Hardware-Kompatibilitätsliste nachlesen.
Der USB-OTG Port ist als ein USB-Highspeed Port zu verstehen, der sowohl Host als auch Client sein kann. Das heißt an diesen Port können alle Geräte betrieben werden, die vom Betriebssystem unterstütz werden. Hier können, im Gegensatz zum USB-Highspeed Port, sowohl USB 1.1 als auch USB 2.0 Geräte betrieben werden. Des Weitern kann man hierrüber auch den Akku der Pandora aufladen, dies ist jedoch nicht zu empfehlen, da der Ladestrom geringer ist als mit dem Netzteil, wodurch das Laden länger dauert. Auch ist geplant, dass die Pandora an den PC als Massenspeichergerät angeschlossen werden kann. Wann dies kommt ist noch nicht klar.
Software
Die Pandora wird mit einem quelloffenen Linux-Betriebssystem (Ångström) ausgeliefert. Durch die Möglichkeit von einer SD-Karte oder USB-Speichermedium zu booten, also dem Starten eines Betriebssystem, kann der interne Flash-Speicher geschont werden, da ein Flash-Speicher naturgemäß beim Schreiben belastet wird. Dies ist besonders interessant und möglichst viele andere Betriebssysteme zu testen, da sich externe Flash-Speicher sich nach dem Ende ihrer Haltbarkeit leichter ersetzen lassen. Während das Betriebssystem auch auf dem Flash-Speicher ausgetauscht werden kann, ist das Bootprogramm geschützt, dies nennt der Homebrew-Fachman: Unbrickable.
Auf der Pandora sind als Standard etablierte Bibliotheken verfügbar, wie etwa OpenGL ES oder SDL, so dass auch unerfahrene Entwickler einfach in die Pandora-Programmierung einsteigen können. Viele Entwickler aus der bestehenden GP2X-Szene haben bereits angekündigt, dass sie auch auf dem neuen System entwickeln werden.
Auf der Pandora wurde bereits zum Release eine beachtliche Menge an Anwendungen bereit stehen, da das integrierte Betriebssystem einen Paketmanager enthält, der Pakete akzeptiert, die für die ARM Little-Endian Prozessorarchitektur entworfen wurden.
Laut Entwickler ist die Pandora besonders für Emulatoren geeignet, mit denen sich viele klassische Videospiele spielen lassen. Einige funktionstüchtige Emulatoren für PlayStation, Amiga, SNES, Atari Jaguar und für das Mega Drive sind bereits erschienen. Weitere sind in Entwicklung, wobei hier auf ambitionierte Hobbyentwickler gesetzt wird.
Entwicklung
Im Oktober 2006 trafen sich drei Distributoren der GP2X-Konsole in Korea. Craig Rothwell (UK, Nickname Craigix), M. Fatih Kilic (Türkei, Nickname mfk) und Michael Mrozek (Deutschland, EvilDragon) fühlten sich verbunden durch den Wunsch die Konsole der Gamepark Holdings an Ansprüche ihrer Kunden anzupassen. Im Februar 2007 fassten die Drei das Ziel, die leistungsstärkste OpenSource Handheld-Konsole zu entwerfen. Als im April 2007 die Vorbereitungen weit genug schienen um die Öffentlichkeit einzuweihen, hielten viele die Idee der Pandora-Konsole lediglich für einen Aprilscherz.
Im August 2007 sahen sich die Entwickler bereits kurz vor der Ziellinie. Es stellte sich jedoch heraus, das der Chipsatz MMSP2+ für die Pandora nicht die richtige Wahl sein konnte. Und so wurde ein neuer Chip gesucht und der TI-OMAP™3530 gefunden. Zudem ist auch der Hardwareentwickler Michael Weston (Kanada, Nickname MWeston) zu dem Projekt gestoßen, der ebenfalls davon träumte seinen eigenen Handheld zu erschaffen. Zusätzliche Softwareentwickler kommen aus den GP2X-Foren (GP32X.com und GP2X.de) und sind unter den folgenden Namen bekannt: DaveC, DJWillis und Squidge.
Im Mai 2010 ging ihr Traum in Erfüllung. Die ersten Konsolen wurden an Vorbesteller verschickt.
Abgrenzung von kommerziellen Spielkonsolen
Während die meisten vorhandenen Spielkonsolen Kopierschutzmechanismen aufweisen - anfangs bauartbestimmt durch proprietäre Catridges, später gezielt nachgerüstet, so wurden bei der Pandora keine solcher Mechanismen explizit entwickelt. Für die meisten Spielekonsolen gelten Lizenzmodelle für Entwickler, die zum einen den Verkaufspreis der Konsole gegen finanzieren kann, oder eingesetzt werden kann, um die Qualität zu steuern. Bei der Pandora steht die Software-Entwicklung jedem frei, daher auch Open Pandora. Es sind somit private, als auch kommerzielle Entwicklungen möglich. Wer DRM nutzen möchte, muss sich an die Chip und Kartenhersteller wenden, in denen die Mechanismen verborgen liegen - auch hier gibt es keine Lizenz, die durch den Herstellern verkauft wird.
Produktion und Verkauf
Anfang des Jahres 2009 wurden 4000 Geräte vorbestellt. Die erste Auslieferung fand Mai 2010 statt und bis Mitte Juli wurden ca. 600 Geräte ausgeliefert. In Deutschland wird die Pandora über den GP2X Shop vertrieben, eine Konsole kostet ca. 350 Euro. Wann der reguläre Verkauf beginnen wird steht noch nicht fest.
Spezifikationen
- Texas Instruments OMAP3530 Prozessor mit 600 MHz
- 256 MB DDR-333 SDRAM
- 512 MB NAND-FLASH-Speicher
- IVA2+ Audio- und Video-Prozessor
- ARM Cortex-A8 superscalar Microprozessor-Kern
- PowerVR SGX 530 (110 MHz) OpenGL ES 2.0 kompatible 3D-Hardware
- Integriertes 802.11b/g WLAN
- Integriertes Bluetooth 2.0 + EDR (3 MBit/s) (Class 2, +4 dBm)
- Touchscreen-LCD, Auflösung 800×480 (Widescreen), Diagonale 4,3" (ca. 11 cm), 16,7 Millionen Farben (300 cd/m2 Helligkeit, 450:1 Kontrastauflösung)
- Zwei Analogsticks; 15 mm Durchmesser, konkav
- Vollständiges Gamepad mit Schulterknöpfen
- Zwei SDHC-Karten-Slots (zurzeit bis zu 64 GB Speichergröße)
- Kopfhörerausgang mit bis zu 150 mW/Kanal mit 16 Ohm, 99 dB SNR
- TV-Ausgang (S-Video)
- Internes Mikrophon plus der Möglichkeit externe Mikrofone anzuschließen
- QWERTY-Tastatur mit 43 Tasten und Nummernpad
- USB 2.0 OTG Port (480 Mb/s) mit Lademöglichkeit
- USB 2.0 HOST Port (480 Mb/s) mit 500 mA Stromversorgung für angeschlossene Geräte
- Extern zugänglicher UART für Hardware hacking und Debugging
- Schutz vor Firmewareschaden mit integriertem Bootloader für sichere Code-Experimente
- Läuft mit Linux (2.6.x)
- Lithium-Polymer-Akkumulator mit 4000 mAh, bietet ca. 10 Stunden Laufzeit für Videos / Standardanwendungen und 100 Stunden für Musik
- Maße: 140×83×27 mm<ref name="mweston" />
- Gewicht: ca. 300 g

